Es gibt im Onlinehandel kaum etwas anderes, was wichtiger ist als automatisierte und optimierte Arbeitsprozesse; sich als Händler:in nicht um jeden einzelnen Schritt kümmern zu müssen, sondern dass alles wie ein Uhrwerk automatisiert abläuft und sämtliche Prozesse so optimiert sind, dass sie (insbesondere finanzielle) Ressourcen sparen. Und an dieser Stelle kommen ERP-Systeme zum Einsatz, die sich auch bei Shopify-Händler:innen immer größerer Beliebtheit erfreuen. 

Und Shopify hat auch darauf reagiert: Damit ERP-Systeme im deutschsprachigen Raum noch einfacher an Shopify angebunden werden können, wurde ein europäisches ERP-Programm ins Leben gerufen, an dem ERP-Anbieter aus DACH teilnehmen können. Verbunden mit der Teilnahme ist eine (Selbst-)Verpflichtung zur nahtlosen Shopify-Anbindung, die meist jeweils mittels entsprechender Shopify-App ermöglicht wird. Und mehrere ERP-Anbieter sind bereits dabei (siehe unten).

Was bedeutet ERP? Was ist ein ERP-System?

Gehen wir jedoch zunächst der Frage nach, was ERP bedeutet. ERP steht für Enterprise Resource Planning.

ERP-Systeme sind sozusagen All-in-One-Lösungen für sämtliche Arbeitsprozesse im Onlinehandel. Sie kommen, wie bereits erwähnt, nicht nur zum Einsatz, um Arbeitsprozesse zu automatisieren und die einzelnen Arbeitsschritte automatisch auszulösen, sondern auch dann, um (langfristig) Kosten zu sparen.

Zu den Aufgaben eines ERP-Systems gehören beispielsweise:

- Bestellabwicklung/Order Management

- Versand/Fulfillment

- Lagerverwaltung

- Warenwirtschaft/rechtzeitige und bedarfsgerechte Warenbeschaffung

- Zahlungen

- Buchhaltung

- Multichannel: zentralisiertes Shop-Management über verschiedene Kanäle

- CRM

Der Leistungsumfang kann aber natürlich je nach ERP-System und dort wiederum je nach Tarif variieren.

Für wen sind ERP-Systeme geeignet?

Grundsätzlich sind ERP-Systeme für jede:n Händler:in geeignet. So gibt es bei ERP-Anbietern auch unterschiedliche Tarife bzw. Pakete für Shops unterschiedlicher Größe. Besonders geeignet sind ERP-Systeme jedoch für Shops, die schnell wachsen, sodass ERP-Systeme automatisch auf den steigenden Bedarf reagieren und ihn managen. 

Von großem Vorteil sind ERP-Systeme aber auch für Händler:innen, die mehrere Shops betreiben und für jene, die mehrere Verkaufskanäle (beispielsweise Marktplätze) nutzen. Denn ERP-Systeme managen alles zentral über alle Kanäle hinweg, sodass Du Dich als Händler:in nicht um jeden Shop oder Verkaufskanal separat kümmern musst.

Wie werden ERP-Systeme angeboten?

Mittlerweile sind viele ERP-Systeme cloudbasiert, sodass sie relativ einfach zu handhaben und ortsunabhängig nutzbar sind. Einige ERP-Systeme gibt es aber auch als Onprem-Lösungen; also auf eigenen Servern, falls dies so bevorzugt wird.

Was sind die Vorteile eines ERP-Systems?

Die Vorteile liegen auf der Hand: Als Händler:in kannst Du Dich auf das Wesentliche konzentrieren, weil sich das ERP-System automatisch um sämtliche Prozesse kümmert. 

Von der Bestellabwicklung und Rechnungserstellung bis zum Versand, vom zentral gemanagten Verkauf auf mehreren Kanälen bis zur bedarfsgerechten Warenbeschaffung und der Lagerverwaltung hast Du ein einziges Tool, das alles automatisch verwaltet, die Prozesse stets optimiert und automatisch beispielsweise auf ein höheres Bestellaufkommen reagiert.

Du musst also nicht, wie es oft üblich ist, mehrere Tools für einzelne Prozesse nutzen. Einerseits sparst Du auf diese Weise Zeitaufwand, andererseits langfristig auch Kosten.

Was sind die Nachteile von ERP-Systemen?

Wie bereits erwähnt, werden langfristig Kosten gespart - im Umkehrschluss bedeutet das aber auch, dass Du kurzfristig Geld investieren musst. Denn ERP-Systeme verursachen relativ hohe Kosten, gerade weil sie so viele Funktionen bieten. Es ist also eine Investition in die Zukunft, aber man muss eben auch über die finanziellen Ressourcen verfügen.

Ein weiterer, vielleicht der größere Nachteil bei ERP-Anbietern betrifft den Support: Er beschränkt sich meist auf E-Mail- oder Forensupport. Telefonischer Support ist, wenn er überhaupt angeboten wird, mit relativ hohen Kosten verbunden. Bei drängenden Problemen oder Notfällen, die sofort behoben werden müssen, kann das unter Umständen problematisch werden.

Von Nachteil kann unter Umständen auch sein, dass die monatlichen Gebühren meist pro Nutzer:in anfallen, sodass bei größeren Teams hohe Summen zustandekommen.

Welche ERP-Systeme gibt es für Shopify?

Es gibt zahlreiche ERP-Systeme, aber nicht alle sind kompatibel mit Shopify-Shops. Zu jenen ERP-Anbietern mit entsprechenden Schnittstellen zu Shopify (meist mittels Shopify-Apps), die daher problemlos angebunden werden können, gehören die folgenden fünf ERP-Syteme, denen wir jeweils auch einen Artikel gewidmet haben (beim Klick gelangst Du auf die entsprechenden Artikel) und die bei Shopify-Händler:innen im deutschsprachigen Raum besonders beliebt sind:


- Plentymarkets

- Xentral

- Weclapp

- Pickware

- JTL Software

Übrigens: Alle fünf ERP-Anbieter haben ihren Sitz in Deutschland, sodass sie europäische Standards hinsichtlich Sicherheit und Rechtskonformität erfüllen.

Wie hoch sind die Preise? Inwiefern unterscheiden sich die ERP-Systeme voneinander?

Falls Du mehr über die entsprechenden ERP-Systeme, kannst Du Dir die entsprechenden Artikel gerne einzeln anschauen; denn der Funktionsumfang unterscheidet sich jeweils nach Anbieter und dort wiederum nach Tarif.

Aber damit Du nicht hin- und herwechseln musst, um sie miteinander zu vergleichen, haben wir die Basisinformationen tabellarisch dargestellt. Es geht neben den Preisen auch darum, inwiefern sie sich voneinander unterscheiden.


Anbindung an Shopify

Besonderheiten

Preise

Plentymarkets

Shopify-App

- Anbindung an über 50 Marktplätze und Vergleichsportale


- relativ günstiger Einstiegspreis


- Plentymarkets-Marketplace mit vielen Plugins


- auch als PaaS verfügbar

- Basic: 42€ + 0,5% des Auftragsvolumens


- Classic: 139€ + 0,15€ pro Auftrag


- Flex: 265€ + Flexible Staffelpreise nach Auftragsvolumen ODER pro Auftrag ab 0,15 % des Volumens/0,07 €


- Plus: ab 1250€ + verbrauchsabhängige Gebühren nach Auftragsvolumen oder pro Auftrag


- Enterprise (PaaS): auf Anfrage

Xentral

Shopify-App, Schnittstelle

- DATEV-Export


- vereinfachte LUCID-Registrierung

- Core: ab 130€/Monat (Monatsvertrag) oder ab 99€/Monat (Jahresvertrag)


- Growth:  ab 450€/Monat (Monatsvertrag) oder ab 390€/Monat (Jahresvertrag)


- Professional: ab 2290€/Monat (Monatsvertrag) oder ab 1990€/Monat (Jahresvertrag)




Weclapp

Schnittstelle

- DATEV-Export


- auch für B2B geeignet


- auch Onprem verfügbar

- Monatsvertrag: ab 149€


- Jahresvertrag: ab 119€/Monat bei monatlicher Abrechnung 


oder ab 99€/Monat bei jährlicher Abrechnung


- Zweijahresvertrag: ab 89€/monatlich bei monatlicher Abrechnung 


oder ab 79€/Monat bei jährlicher Abrechnung 


oder ab 69€/Monat bei zwei jährlicher Abrechnung

Pickware Shopify-App

- Live-Demo möglich

- fixe monatliche Gebühren

- Starter: 49€

- Advanced: 199€

- Professional: 599€

JTL Software

Shopify-App

- Module und Tarife nach Baukastenprinzip

- Teilweise kostenlose Module

- Anbindung an mehrere Marktplätze

- Durch Plugins erweiterbar

- relativ günstiger Einstieg

abhängig von den gebuchten Modulen/Tarifen, jedoch 19,99$/Monat für die Shopify-Anbindung mittels Shopify-App


Fazit

ERP-Systeme bieten viele Funktionen bezüglich Automatisierung und Optimierung und dadurch auch viele Vorteile, nämlich Zeitersparnis und Kostensenkung. Und falls Dein Shop stark wächst und ein hohes Bestellaufkommen hat, reagiert das ERP-System automatisch darauf, ohne dass Du ständig alles neu planen musst. Langfristig kannst Du also viel Geld sparen - allerdings muss das Geld kurzfristig auch vorhanden sein. Es ist jedoch eine Investition, die sich letztendlich lohnt, was auch der Grund ist, warum erfolgreiche Shopify-Shops wie yfood, vly, Ankerkraut oder 3bears ERP-Systeme nutzen.

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