Ein Produktfinder auf Shopify führt Kund:innen mit wenigen Fragen zum passenden Produkt und lohnt sich vor allem, wenn Produkte ähnlich aussehen, sich aber in spezifischen Eigenschaften unterscheiden. Bei Ritter Decken nutzt er bereits gepflegte Metafelder, zeigt bis zu vier Treffer im Vergleich und ist vom Team selbst pflegbar. Mit einer erfahrenen Shopify-Agentur sollten rund zwei Monate eingeplant werden.

In diesem Artikel führen wir Schritt für Schritt durch unser Vorgehen.

Vera
Vera

Dieser Blogartikel basiert auf dem Wissen unserer Shopify-Expertin Vera. Als Account Managerin bei tante-e berät sie E-Commerce-Brands bei der Optimierung ihrer Shops. Den Produktfinder für Ritter Decken hat sie von der Analyse über das Konzept bis zum Launch begleitet.

  1. Was ist ein Produktfinder auf Shopify?
  2. Wann lohnt sich ein Produktfinder?
  3. Wie sieht der Produktfinder bei Ritter Decken aus?
  4. Wie plant man einen Produktfinder?
  5. Wie funktioniert die Technik dahinter?
  6. Wie viel Aufwand steckt in einem Produktfinder?
  7. Wo sollte der Produktfinder im Shop platziert werden?
  8. Wie lässt sich der Produktfinder messen und weiterentwickeln?
  9. Worauf sollte man bei einem Produktfinder achten?
  10. Häufige Fragen zum Produktfinder auf Shopify
    1. Welche Daten braucht ein Produktfinder?
    2. Kann das Team den Produktfinder selbst anpassen?
    3. Was passiert, wenn kein Produkt passt?
    4. Funktioniert die Vergleichstabelle auch ohne Produktfinder?

1. Was ist ein Produktfinder auf Shopify?

Ein Produktfinder ist ein geführtes Quiz im Shop, das Kund:innen mit wenigen Fragen zu den Produkten bringt, die zu ihren Bedürfnissen passen. Statt sich selbst durch Kategorien und Produktseiten zu klicken, beantworten sie Schritt für Schritt Fragen und erhalten am Ende eine gezielte Auswahl. Dieses Prinzip wird auch Guided Selling genannt.

2. Wann lohnt sich ein Produktfinder?

Ein Produktfinder lohnt sich, wenn Kund:innen bei der Produktauswahl Orientierung fehlt. Zwei Signale sprechen dafür:

  • Auffälliges Nutzerverhalten: Besucher:innen springen zwischen Produktseiten hin und her und vergleichen, ohne sich zu entscheiden.
  • Ähnlich wirkende Produkte: Das Sortiment sieht auf den ersten Blick einheitlich aus, unterscheidet sich aber in Eigenschaften, die für die Kaufentscheidung wichtig sind.

Bei Ritter Decken traf beides zu, das hat unsere CRO-Analyse deutlich gezeigt. Besonders hilfreich ist ein Produktfinder außerdem für Neukund:innen, die Marke und Sortiment noch nicht kennen.

3. Wie sieht der Produktfinder bei Ritter Decken aus?

Der Produktfinder bei Ritter Decken führt mit maximal sechs Fragen zu Kategorie, Zweck, Wärme, Material, Größe und Farbe zur passenden Decke. Er läuft auf einer eigenen Seite und ist so aufgebaut:

  • Einfache Navigation: Ein Fortschrittsbalken zeigt, wie viele Fragen noch folgen. Kund:innen können jederzeit zurückspringen oder neu starten, und bei Einzelauswahl geht es automatisch weiter.
  • Hilfe bei Fachbegriffen: Ein Tooltip erklärt die Wärmeklassen. Das Pop-up dafür nutzen wir bereits auf den Produktseiten.
  • Intelligente Verzweigung: Fragen, die für einen Pfad keinen Sinn ergeben, werden übersprungen. Wer Bettdecken wählt, wird zum Beispiel nicht nach dem Zweck gefragt. Bei kleinen Sortimenten wie Kissen oder Schals geht es direkt zum Ergebnis.
  • Ergebnis als Vergleichstabelle: Bis zu vier passende Decken erscheinen nebeneinander, ein Wechsel zwischen Produktseiten ist nicht nötig.
  • Fallback ohne Sackgasse: Gibt es keinen Treffer, zeigt der Produktfinder vier Bestseller mit einem Hinweis und einem Weg zurück ins Quiz.
Produktfinder von Ritter Decken auf Mobile: Kategorie-Frage mit Mehrfachauswahl, Farb-Frage und Ergebnis als Produktvergleich

Wie sich komplexe Produkte mit Metaobjekten übersichtlich vergleichen lassen, zeigen wir dir am Beispiel IVARIO.

4. Wie plant man einen Produktfinder?

Die Planung entscheidet darüber, ob der Produktfinder später sinnvolle Ergebnisse liefert. Ausgangspunkt war bei Ritter Decken unsere CRO-Analyse: Sie zeigte, dass Besucher:innen häufig zwischen Produkten hin und her springen, weil ihnen Verständnis und Orientierung bei der Auswahl fehlen. Darauf aufbauend sind wir in drei Schritten vorgegangen:

  1. Entscheidungsfaktoren festlegen: Gemeinsam mit dem Kunden haben wir definiert, welche Kriterien für die Produktwahl wirklich entscheidend sind und abgefragt werden sollen.
  2. Vorhandene Produktdaten prüfen: Durch die SEO-Arbeit im Shop waren viele Informationen bereits in Metafeldern gepflegt. Ergänzen mussten wir nur ein Metafeld für den Zweck.
  3. Fragen als User Flow abbilden: Eine Tabelle mit Fragen und Antworten wurde schnell unübersichtlich. Erst ein User Flow in Figma hat sichtbar gemacht, welche Frage auf welche Antwort folgt.

Der User Flow hat die Planung deutlich vereinfacht. Erst durch ihn wurde für uns und den Kunden sichtbar, welche Fragen bei bestimmten Antworten überflüssig sind. Auch in der Entwicklung hat er sich als hilfreiche Grundlage für die Umsetzung erwiesen.

Was Metafelder in Shopify sind und wie sie sich anlegen und nutzen lassen, erklären wir in unserem Guide.

5. Wie funktioniert die Technik dahinter?

Der Produktfinder gleicht die Antworten der Kund:innen mit den Produktmetafeldern ab und filtert so Schritt für Schritt die passenden Produkte heraus. Weil er vorhandene Daten nutzt, entsteht für das Team kaum zusätzlicher Pflegeaufwand.

Im Theme Editor ist jede Frage und jede Antwort ein eigener Block. Darüber kann das Team ohne Entwickler:innen steuern:

  • Inhalte: Fragen, Antworten, Bilder, Farben sowie Einzel- oder Mehrfachauswahl
  • Zuordnung: In welchem Metafeld eine Antwort sucht und nach welchen Begriffen
  • Verzweigungen: Welche Fragen übersprungen werden, wann es direkt zu den Ergebnissen geht und welche Antworten nur auf bestimmten Pfaden erscheinen

So lässt sich der Produktfinder mit der Zeit weiter optimieren.

6. Wie viel Aufwand steckt in einem Produktfinder?

Für einen Produktfinder wie bei Ritter Decken empfehlen wir, rund zwei Monate Umsetzungszeit einzuplanen. Bei uns lief das Projekt in zwei Phasen:

Phase Inhalt Zeitraum
Konzeption Entscheidungsfaktoren, User Flow, Design Monat 1
Umsetzung Entwicklung und Feinschliff Monat 2

Weil der Produktfinder auf bestehenden Metafeldern aufbaut, bleibt der Aufwand für die Datenpflege auf Kundenseite gering. Mehr Zeit braucht vor allem die Abstimmung: Bei Ritter Decken entstand der Produktfinder gemeinsam mit der Vergleichstabelle, dadurch gab es mehrere Abstimmungsschleifen.

7. Wo sollte der Produktfinder im Shop platziert werden?

Ein Produktfinder wirkt nur, wenn Kund:innen ihn auch finden. Deshalb sollte er an mehreren Stellen im Shop eingebunden werden, jeweils dort, wo Unsicherheit entsteht:

Platzierung Zweck
Suche Einstieg für Kund:innen, die gezielt nach Orientierung suchen
Mobiles Menü Hervorgehobener Einstieg, etwa mit Hintergrundfarbe und Icon
Startseite Eigener Abschnitt für Neukund:innen, die die Marke noch nicht kennen
Produktseiten Hilfe für Kund:innen, die sich trotz aller Informationen nicht entscheiden können
Collection Pages Orientierung direkt bei der Auswahl im Sortiment
Landingpages Einstieg für Besucher:innen aus Ads, die das Sortiment noch nicht kennen
Einstiegspunkte zum Produktfinder bei Ritter Decken: Button auf der Startseite, Menüpunkt im mobilen Menü und Vorschlag in der Suche

Aus früheren Projekten wissen wir: Ein Ratgeber kann sehr gut konvertieren und trotzdem wenig genutzt werden, wenn er zu versteckt ist. Hilfreich ist es außerdem, die wichtigsten Entscheidungskriterien wie Wärme oder Dicke zusätzlich direkt auf Produkt- und Collection Pages zu zeigen.

8. Wie lässt sich der Produktfinder messen und weiterentwickeln?

Der Produktfinder liefert Daten darüber, wonach Kund:innen tatsächlich suchen. Bei Ritter Decken ist das Tracking über den Google Tag Manager angebunden und lässt sich im Theme Editor ein- und ausschalten. Aus den Daten lässt sich zum Beispiel ablesen:

  • welche Produktgruppen und Eigenschaften besonders häufig gewählt werden
  • ob es Bedarf gibt, der größer ist als bisher angenommen

Kissen und Schals haben wir deshalb bewusst in den Produktfinder aufgenommen, obwohl das Sortiment dort klein ist. Zeigt sich mit der Zeit eine hohe Nachfrage, ist das ein Hinweis, das Sortiment auszubauen.

9. Worauf sollte man bei einem Produktfinder achten?

Aus unserer Erfahrung bei Ritter Decken kommt es bei einem Produktfinder vor allem auf diese vier Punkte an:

  1. Zeit für die Konzeption einplanen: Fragen, Antworten und Verzweigungen entwickeln sich in der Abstimmung weiter. Dafür sollte bewusst Raum im Projekt sein.
  2. Den Ablauf visualisieren: Ein User Flow macht sichtbar, welche Fragen überflüssig sind und wo Sonderfälle entstehen. So lassen sich diese Fragen früh klären.
  3. Datenqualität prüfen: Die Ergebnisse sind nur so gut wie die Produktdaten dahinter. Bestehende Metafelder sollten vor dem Launch auf Vollständigkeit geprüft werden.
  4. Früh live gehen: Ein Produktfinder lässt sich immer weiter verfeinern. Echte Nutzungsdaten zeigen am besten, wo sich Anpassungen lohnen.

10. Häufige Fragen zum Produktfinder auf Shopify

Welche Daten braucht ein Produktfinder?

Der Produktfinder braucht Produktdaten zu den Kriterien, die abgefragt werden, etwa in Form von Metafeldern. Sind diese bereits gepflegt, lassen sie sich direkt nutzen. Bei Ritter Decken mussten wir nur ein Metafeld ergänzen.

Kann das Team den Produktfinder selbst anpassen?

Ja. Fragen, Antworten, Bilder und Verzweigungen lassen sich im Theme Editor ohne Entwickler:innen ändern.

Was passiert, wenn kein Produkt passt?

Dann zeigt der Produktfinder vier Bestseller mit einem Hinweis, dass kein passendes Ergebnis gefunden wurde, und führt zurück ins Quiz.

Funktioniert die Vergleichstabelle auch ohne Produktfinder?

Ja. Die Vergleichstabelle lässt sich auch unabhängig vom Quiz einsetzen.

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