Welche Zahlungsmethoden Du in Deinem Onlineshop anbietest, ist für den Umsatz und den Erfolg Deines Onlineshops von großer Bedeutung. Denn die angebotenen Zahlungsmethoden entscheiden auch darüber, ob ein Kauf letzten Endes getätigt wird oder nicht oder ob Du Neukund*innen gewinnst. 

Falls Kund*innen nämlich die Möglichkeit haben, mit ihrer favorisierten Zahlungsmethode zu bezahlen, steigt auch die Wahrscheinlichkeit, dass sie den Checkout erreichen und erfolgreich einen Kauf tätigen oder dass Neukund*innen zum ersten Mal eine Bestellung aufgeben. 

Welche Zahlungsmethoden sind am beliebtesten?

Die beliebtesten Zahlungsmethoden in Deutschland sind Kauf auf Rechnung und PayPal,  wie zwei wichtige Studien, die ECC-Payment-Studie Vol. 23 des ECC Köln und die Online-Payment 2019 Studie des Kölner Handelsforschungsinstituts EHI ergeben haben:

ECC-Payment Studie Vol. 23

Laut der ECC-Payment Studie Vol.23, die das ECC Köln in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Malte Krüger durchgeführt im Jahr 2018 durchgeführt und 2019 vorgestellt hat, haben 41% der Befragten Kauf auf Rechnung als bevorzugte Zahlungsmethode genannt. PayPal folgt mit 35% auf Platz zwei; das sind 3% mehr als in der vorherigen ECC-Payment-Studie Vol.22 und sogar 6% im 2-Jahres-Vergleich, während die Prozentzahl von Kauf auf Rechnung stagniert. Auf Platz drei liegt, mit sehr großem Abstand (8%), das Lastschriftverfahren, das besonders bei Abonnements (z.B. auf Streamingportalen oder bei Mobilfunkverträgen) beliebt ist, weil die Zahlungen unkompliziert automatisch abgebucht werden. Auf den weiteren Plätzen folgen Kreditkarte und Sofortüberweisung.

Kauf auf Rechnung dürfte dagegen besonders im Bereich Mode populär sein, weil Kund*innen erst dann bezahlen, nachdem sie die Kleidungsstücke anprobiert haben. Und nicht selten kommt es vor, dass ein Artikel in verschiedenen Größen gekauft wird, sodass in diesem Falle am Ende nur jene Artikel bezahlt werden, die auch passen. 

Allerdings hat die ECC-Payment-Studie auch ergeben, dass speziell bei jüngeren Kundengruppen, die vermehrt über Smartphone oder Tablet Käufe tätigen, PayPal die beliebteste Zahlungsmethode ist.

Bei der Frage, welche Zahlungsmethode die Befragten bereits genutzt haben, ergeben sich sogar höhere Zahlen: 94% haben schon mal per Kauf auf Rechnung bezahlt, 83% per PayPal. Auf den weiteren Plätzen folgen, mit einigem Abstand, das Lastschriftverfahren (74%), Vorkasse (71%), Sofortüberweisung (66%) und Kreditkarte (65%). 

Das zeigt, dass die Mehrheit der Käufer*innen im Internet mit verschiedenen Zahlungsmethoden bereits vertraut ist und sich mit ihnen auskennt. Allerdings könnte das auch daran liegen, dass viele Onlineshops lange Zeit bestimmte Zahlungsmethoden nicht angeboten haben; so war es bei der Modekette H&M beispielsweise lange Zeit nicht möglich, per PayPal zu bezahlen, sodass Kund*innen auf andere Zahlungsmethoden ausweichen mussten.

Online-Payment 2019 Studie des EHI

Zu ähnlichen Ergebnissen mit den gleichen Platzierungen, aber etwas abweichenden Prozentzahlen, kommt die Studie Online-Payment 2019 des Kölner Handelsforschungsinstituts EHI, der die Anteile der Zahlungsmethoden an den Umsatzzahlen im deutschen E-Commerce im Jahre 2018 zugrunde liegen. Dabei hat das EHI festgestellt, dass einzig PayPal seinen Anteil steigern konnte, während die anderen Zahlungsmethoden Einbußen hinnehmen mussten. Dies gilt besonders für Zahlungen mit der Kreditkarte: Wegen der schärferen Sicherheitsbestimmungen im Zuge der Payment Service Directive 2 (PSD2) und des damit einhergehenden neuen 3D Secure-Verfahrens, das im Checkout bei Zahlungen mit der Kreditkarte eine  zusätzliche Sicherheitsprüfung verlangt, gaben rund 40% jener Händler*innen, die das Verfahren zu diesem Zeitpunkt bereits nutzten, an, dass sie mehr Kaufabbrüche verzeichnen. Allerdings gaben gleichzeitig auch 37% an, dass sie keine oder kaum Kaufabbrüche zu beklagen haben. Die Payment Service Directive 2 (PSD2) ist im September 2019 endgültig in Kraft getreten.

Welchen Einfluss haben verschiedene Zahlungsmethoden für den Onlineshop?

Besonders interessant ist für Händler*innen im E-Commerce auch die Frage, inwiefern sich die Einführung einer bestimmten Zahlungsmethode auf die relevanten Unternehmenskennzahlen auswirkt. Und siehe da, die ECC-Payment-Studie hat auch Online-Händler*innen diesbezüglich befragt und festgestellt, dass die verschiedenen Zahlungsmethoden positiven Einfluss auf die relevanten Kennzahlen  haben. So konnten Händler*innen 50% mehr Umsatz generieren, wenn sie PayPal angeboten haben. Bei Amazon Payments sind es 41%, Sofortüberweisung 40% und Kauf auf Rechnung 36%. Den Neukundenanteil konnte PayPal mit 32% am meisten erhöhen, während Sofortüberweisung mit 40% die Conversion Rate am meisten steigern konnte. Auch konnte der Kaufabbruch im Checkout um zwischen 25% (Amazon Payments) und 28% (PayPal) reduziert werden. 

Du siehst, wie wichtig es ist, verschiedene Zahlungsmethoden anzubieten, um Kund*innen zu erreichen und infolgedessen das eigene Geschäft voranzutreiben. Allerdings hängt das auch stark davon ab, welche Produkte Du in Deinem Onlineshop anbietest und welche Zielgruppe Du ansprichst.

Welche Nachteile haben die verschiedenen Zahlungsmethoden?

Leider ist nicht alles eitel Sonnenschein, denn teilweise kollidieren die Wünsche und Präferenzen der Kund*innen mit den Interessen der Händler*innen. So sehr beispielsweise Kauf auf Rechnung bei Kund*innen populär und für sie bequem ist, so sehr kann sie für Händler*innen eventuell mit Schwierigkeiten verbunden sein, weil ein gewisses Ausfallrisiko besteht. Besonders für Kleinunternehmer*innen, die es sich nicht leisten können, dass gelieferte Bestellungen nicht bezahlt werden und sie auf den Kosten sitzen bleiben, könnte es im äußersten Fall auch existenzbedrohend sein, wenn sich die Ausfälle wiederholen und summieren. Das gleiche gilt auch für das Lastschriftverfahren, das nicht durchgeführt werden kann, weil das Konto der/des Kund*in nicht gedeckt ist. Zwar besteht die Möglichkeit, die Bonität prüfen zu lassen, allerdings ist dies mit weiteren Kosten verbunden.

Insofern sollten nicht nur, aber insbesondere kleine Händler*innen nicht blind alle Zahlungsmethoden anbieten, die es gibt, sondern sollten ihrer Situation entsprechend entscheiden, ob auf eine bestimmte Zahlungsmethode zumindest vorerst verzichtet werden kann. 

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