Dass Cookie Banner Pflicht sind, dürfte (bzw. müsste) bekannt sein. Wenn man jedoch im Internet surft, stellt man fest, dass diese Pflicht unterschiedlich ausgelegt  - und leider auch- teilweise umgangen wird.

Das dürfte daran liegen, dass die Cookie-Banner-Pflicht eine Folge der höchstrichterlichen Gerichtsentscheidungen ist (EuGH und BGH), während die Gesetzgebung in dieser Hinsicht keine Vorgaben gemacht hatte - bis jetzt. Denn gerade angesichts der Tatsache, dass die Cookie Banner oft nicht verbraucherfreundlich sind oder gar die Rechtsprechung umgehen zu scheinen, ist das Bundesjustizministerium nun aktiv geworden. 

In Zukunft soll es Vorgaben bezüglich der Gestaltung der Cookie Banner geben. Ziel soll es sein, dass ein Widerspruch nicht komplizierter sein darf als eine Zustimmung. Des Weiteren sollen Besucher:innen einer Website nicht mit bestimmten Tricks dazu animiert werden, automatisch der Nutzung von Cookies zustimmen.

Konkret sollen diese Vorgaben kommen:

Einheitliche farbliche Gestaltung der Buttons

Die farbliche Gestaltung der Buttons sowohl für den Widerspruch, als auch für die Zustimmung soll identisch sein. Eine plakative Farbe für die Zustimmung und eine unscheinbare für den Widerspruch sollen dann nicht mehr möglich sein, damit Besucher:innen einer Website nicht automatisch den Button mit der auffälligeren Farbe für die Zustimmung klicken.

Einheitliche Größe der Buttons

Auch das ist etwas, was man oft sieht: Der Button für die Zustimmung ist groß, der für den Widerspruch dagegen sehr klein und unscheinbar. Künftig soll sich das ändern, dann sollen die Buttons genau so groß sein, sodass auch klar erkennbar ist, dass man der Nutzung von nicht-essenziellen Cookies auch widersprechen kann. Denn gerade Menschen mit einer Sehschwäche könnten den Widerspruchsbutton möglicherweise gar nicht erkennen, wenn er deutlich kleiner ist.

Ein-Klick-Widerspruch

Dass für einen Widerspruch der Cookie-Nutzung zwei oder drei Klicks nötig sind, ist relativ weit verbreitet. Will man widersprechen, gelangt man auf eine weitere Seite, in der die Auswahl (also der Widerspruch) bestätigt werden muss. In Zukunft soll der Widerspruch genau so einfach sein wie die Zustimmung  - also mit einem Klick. 

Keine automatische Zustimmung zu allen Cookies

Leider gibt es Websites, die die Cookie-Banner-Pflicht insofern erfüllen, als sie Cookie Banner anzeigen lassen. Der Sinn und Zweck dieser Pflicht scheint ignoriert zu werden. Stimmen Besucher:innen der Cookie-Nutzung nämlich zu, stimmen sie automatisch allen Cookies zu; auch den nicht-essenziellen. Und das bedeutet, dass ihre Nutzung voreingestellt ist - was eindeutig rechtswidrig ist.

Welche Anbieter für Cookie Banner gibt es?

Da es viele Möglichkeiten gibt, Cookie Banner im eigenen Onlineshop anzuzeigen, möchten wir Dir in diesem Zusammenhang einige Anbieter vorstellen:

1. GDPR Legal Cookie

Die App GDPR Legal Cookie GDPR Legal Cookie von Beeclever gehört zu den am meisten genutzten und daher zu den am häufigsten in Shops installierten Lösungen. Das Preis-Leistungsverhältnis ist super, Cookie Banner können je nach genutzten Cookies individuell konfiguriert und das Design angepasst werden. Abhängig vom Shopify-Plan entfallen dabei monatliche Gebühren ab 2,99€. Zudem ist sie auch am ehesten DSGVO-konform, denn das Tracking wird rechtskonform umgesetzt und Cookies werden bei entsprechender Auswahl tatsächlich blockiert; das ist nämlich nicht bei allen Apps der Fall, weswegen es enorm wichtig ist, die richtige App bzw. Lösung für Cookie Banner zu nutzen. 

Einen ausführlicheren Artikel  über Lösungen für Cookie Banner findest Du in unserem Blog-Artikel. 

2. Cookiebot 

Cookiebot ist eine externe Lösung, sie ist also nicht direkt in Shopify integriert, sodass dementsprechend ein wenig mehr Coding erforderlich ist. Auch Cookiebot wird häufig genutzt, denn die Anforderungen an Rechtskonformität werden deutlich erfüllt: Cookies werden so lange blockiert, bis Websitebesucher:innen ihre Zustimmung erteilt haben. Zudem finden Cookie-Scans statt. Zudem bietet es mehr Flexibilität im Design. Die Gebühren hängen von der Zahl an Unterseiten des Shops ab: Shops mit weniger als 100 Unterseiten können Cookiebot kostenlos nutzen (allerdings mit eingeschränkten Funktionen, z.B. ohne Anpassungsmöglichkeit für Cookie Banner), die kostenpflichtigen Tarifen beginnen ab 9€ im Monat. Nichtsdestotrotz bietet auch Cookiebot ein gutes Preis-Leistungsverhältnis.

3. Usercentrics

Eine weitere Lösung ist Usercentrics, die wohl das "advancteste" Tool von allen ist: Hohe DSGVO-Konformität, viele individuelle Einstellungen und eine große Auswahl an Designanpassungen. Allerdings sind die Gebühren, die von der Anzahl der Sessions im Shop abhängen, recht teuer: Für bis zu 20.000 Sessions im Monat kostet das Standard Paket zwar 8€ (zzgl. MwSt.), bei mehr Sessions fangen die Gebühren aber bei 39€ (zzgl. MwSt.) an. Daher wird Usercentrics tendenziell eher von Shops mit sehr großem Budget wie etablierten Mittelständlern oder großen Konzernen genutzt.

Fazit

Es war eine Frage der Zeit, bis die Bundesregierung aktiv werden musste. Denn ohne Vorgaben werden anscheinend viel zu oft allerlei Tricks angewandt, um die Intention der Cookie-Banner-Pflicht zu untergraben oder sie gar zu ignorieren. Websitebetreiber:innen sollten schon im eigenen Interesse darauf achten, dass alles rechtskonform ist, weil das für das Vertrauen von Besucher:innen enorm wichtig ist. Es mag ärgerlich sein, dass sich das erschwerte Tracking möglicherweise nachteilig auswirkt - Vertrauensverlust ist jedoch nachteiliger.

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