Was siehst Du, wenn Du Dir Deine E-Mail-Listen anschaust? Wenn Du zur Mehrheit gehörst, siehst Du eine große Anzahl an E-Mail-Adressen - je mehr, desto besser. Aber was wäre, wenn Du auf Deine Liste schauen und stattdessen eine Reihe von gezielten E-Mail-Kampagnen sehen könntest?

Wenn Du bloß "eine lange E-Mail-Liste" siehst, läufst Du nämlich Gefahr, dass Du die Gelegenheit(en) verpasst, Abonnent:innen mit gezielten Mails zu erreichen. Du verpasst jeden Tag die Chance, neue Umsätze zu generieren, indem Du gezielte E-Mails versendest; in vielen Fällen mit wenig oder gar keinem Aufwand.

Natürlich hast Du Einfluss darauf, das zu sehen, was Du sehen solltest, wenn Du Dir Deine E-Mail-Listen anschaust. Brianna Hernandez, eine Produktexpertin im Support-Team von Klaviyo, hat in einem Klaviyo-Beitrag, auf dem dieser Artikel basiert, sieben Möglichkeiten aufgezeigt, damit Du Deine Listen aus einer anderen Perspektive beachtest; und zwar aus jener, die einen Mehrwert liefert. Danach wirst Du Deine Listen mit anderen Augen sehen und anders herangehen. Aber was sind die Tipps, um eine gezielte E-Mail-Marketing-Kampagne zu erstellen?

1. Finde heraus, wer Deine E-Mails nicht öffnet

Sich anzuschauen, wer die E-Mails nicht öffnet, ist vielleicht etwas, was man intuitiv nicht tun würde . Aber Du solltest Dir ansehen, wer Deine E-Mails nicht öffnet; damit Du diesen Abonnent:innen mit einer geringeren Häufigkeit Mails verschickst.

Und warum?

Weil der Schlüssel zu den besten Resultaten nicht darin liegt, die größte Anzahl von Personen anzuschreiben. Er liegt darin, die größte Anzahl von Menschen zu per E-Mail zu erreichen, die Deine E-Mails auch erhalten wollen. Wenn Du Abonnent:innen, die Deine E-Mails nie öffnen, weiterhin viele E-Mails verschickst, sendet das ein Signal an E-Mail-Service-Provider, dass Deine Mails nicht erwünscht sind.

Unternehmen wie Gmail haben strenge Algorithmen, um die Platzierung im Posteingang zu bestimmen. Eine hohe Öffnungsrate sorgt für eine gute Platzierung im Posteingang und höhere Einnahmen, während Abmeldungen und Spam-Beschwerden die Zustellbarkeit verringern.

"Man sollte in Erwägung ziehen, nur engagierten Kund:innen E-Mails zu verschicken", sagt Brianna. "Zum Beispiel Kund:innen, die mindestens einmal eine E-Mail erhalten haben, die mit Deiner Master-Marketingliste verbunden sind und die in den letzten 90 Tagen mindestens einmal eine E-Mail von Dir geöffnet haben."

2. Werbe Erstkund:innen

Kund:innen, die gerade erst ihren ersten Kauf getätigt haben, stellen eine einzigartige Gelegenheit für Dich dar. Denn sie haben ihr Interesse an Deinen Produkten und Deiner Marke nun gezeigt. Gleichzeitig sind sie noch dabei, sich einen Eindruck zu verschaffen.

Dies ist ein guter Zeitpunkt, um ihr Interesse zu bekräftigen und die Beziehung zu stärken. Ziehe in Erwägung, eine spezielle E-Mail nach dem Kauf nur an Erstkund:innen zu senden. Du kannst sagen, dass Du bemerkt hast, dass sie ihren ersten Kauf getätigt haben und Dich dafür bedanken. Ferner kannst Du sie fragen, ob sie mit dem Bestellungs- und Kaufprozess zufrieden waren oder nicht und ihnen 10 % auf ihre nächste Bestellung anbieten.

Dadurch gibst Du ihnen die Möglichkeit, alle Probleme anzusprechen, die eventuell aufgetreten sind und gelöst werden können, sowie einen einmaligen Anreiz, wiederzukommen und erneut einzukaufen.

3. Gehe auf Deine inaktiven Kund:innen zu

Bei Erstkäufer:innen ist Dein Shop noch frisch im Gedächtnis. Aber was ist mit Kund:innen, die vor 3, 6 oder sogar 12 Monaten etwas gekauft haben, aber seitdem nichts mehr?

Richte eine automatisierte E-Mail-Serie ein, um sie mit einer klaren Botschaft zu erreichen; nämlich, dass Du sie zurückgewinnen willst, verbunden mit einem Rabatt. Wenn aufregende neue Produkte in den Shop aufgenommen wurden oder sich andere Dinge geändert haben, kannst Du sie dies wissen lassen.

Wenn sie in den letzten 90 Tagen keine E-Mail von Dir geöffnet haben (siehe Nr. 1 oben), ist es in Ordnung, sie mit einer oder zwei Winback-E-Mails zu erreichen. Stelle nur sicher, dass die Betreffzeilen konkret und präzise formuliert sind, um die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, dass sie Deine E-Mails öffnen.

4. Interesse an einer Produktlinie fördern

Kund:innen, die eine bestimmte Produktlinie in Deinem Shop gekauft haben, werden mit größerer Wahrscheinlichkeit erneut aus dieser Linie kaufen.

Wenn Du beispielsweise Kleidung verkaufst und jede Saison eine neue Kollektion von grafischen T-Shirts herausbringst, solltest Du diese bei Kund:innen bewerben, die in der Vergangenheit jene grafischen T-Shirts gekauft haben. Und natürlich kannst Du dies mit der E-Mail-Öffnungshistorie kombinieren, um Deine Chancen noch weiter zu verbessern.

Das Segment könnte etwa so aussehen: Personen, die in den letzten 6 Monaten ein Grafik-T-Shirt gekauft haben, in Deiner Marketing-E-Mail-Liste sind und in den letzten 90 Tagen eine E-Mail von Dir geöffnet haben. (Wenn Du es nicht auf Abonnent:innen in Deiner Marketing-E-Mail-Liste beschränkst, sendest Du die Mails auch an Personen, die dem Erhalt von Newslettern und Updates nicht zugestimmt haben - und deren Spam-Beschwerden und Abmeldungen schaden Dir auf lange Sicht).

Bleibe aber dran. Wird dieses Segment groß genug sein, um es zu versenden? "Man muss nicht das größte Segment aufbauen", gibt Brianna zu bedenken. "Man muss jenes Segment aufbauen, das am wahrscheinlichsten die gewünschte Aktion ausführt." Und in diesem Fall bedeutet das, die E-Mail zu öffnen, die neuen grafischen T-Shirts anzusehen und möglicherweise eines zu kaufen.

5. Komme den Bedürfnissen der Käufer:innen zuvor

Angenommen, Du verkaufst Kleidung für Babys und Kleinkinder. Wenn jemand einen Artikel kauft, kannst Du sie:ihn eine gewisse Zeit später mit dem nächsten logischen Artikel der Serie ansprechen.

Folgendes Beispiel zur Konkretisierung: Wenn jemand einen Strampler für Neugeborene kauft, kannst Du eine automatische E-Mail einrichten, die 60 Tage später ausgelöst wird. Du kannst sagen, dass Du hoffst, dass ihnen der Kauf gefallen hat - und nun einige tolle Artikel für Babys im Alter von 3 bis 6 Monaten anbieten. Die E-Mail könnte dann mit jenem Abschnitt (beispielsweise der Kategorieseite) in Deinem Shop verlinkt werden. So erreichen die Abonnent:innen mit einem Klick die relevante Seite.

Da das Readiness-basierte Targeting auf immer bestehende Seiten in Deinem Shop verweisen kann, eignet es sich besonders gut für automatisiertes gezieltes E-Mail-Marketing.

6. Geografische Lage nutzen

Es gibt viele Fälle, in denen es sinnvoll ist, nach geografischem Standort zu segmentieren. In einigen Fällen ist der Use Case offensichtlicher: Zum Beispiel bei einem Unternehmen, das Produkte mit Logos von Sportmannschaften aus dem ganzen Land verkauft.

Aber auch wenn Du keine Produkte verkaufst, die in bestimmten geografischen Gebieten auf Resonanz stoßen, kann geografisch basiertes Targeting für Deinen Shop dennoch sinnvoll sein. Laut Brianna kannst Du sogar geografisches Targeting in Erwägung ziehen, wenn Du physische Produkte versendest.

Wenn Du beispielsweise in Europa ansässig bist, Schmuck verkaufst und anlässlich des Muttertags einen Sonderverkauf veranstaltest,  kannst Du zwei Versionen Deiner Verkaufs-E-Mails verschicken und dabei den letzten Tag der Bestellfrist für die Lieferung zum Feiertag hervorheben. Du kannst eine Version an außereuropäische Kund:innen an einem bestimmten Datum verschicken, da diese mehr Zeit für den Versand benötigen, und dann eine ein paar Tage später an europäische Kund:innen, da diese weniger Zeit benötigen.

7. Benutzerdefinierte Felder einrichten und nutzen

Wenn Du einmal nach E-Mail-Verhalten, Erstkauf, länger zurückliegenden Käufen, Interesse an einem neuen Produkt, Bereitschaft für den nächsten Teil einer Sequenz und Geografie segmentiert hast, was bleibt dann noch übrig? Eine ganze Menge!

Ein Bereich, den einige Onlineshops mehr und mehr für sich entdecken, sind benutzerdefinierte Felder. Fordere Kund:innen auf, bei der Anmeldung eine Frage zu beantworten, die sie aus einem Pulldown-Menü oder einer Reihe von Kontrollkästchen auswählen können. Du kannst zum Beispiel nach dem Geburtstage, dem Geschlecht, der gewünschten E-Mail-Häufigkeit oder den bevorzugten E-Mail-Typen fragen. Sobald Du es eingerichtet hast und die Informationen in Deine E-Mail-Plattform zurückfließen, kannst Du basierend auf diesen Kundeneigenschaften segmentieren.

Fazit

Konkretisierung ist das, was Targeting ausmacht. Das Versenden von relevanten E-Mails basierend auf konkreten präzisen Eigenschaften ist gut für Dich, Deine Kund:innen und Deine gesamte E-Mail-Liste. Es verbessert die Zustellbarkeit im Laufe der Zeit und erhöht die Wahrscheinlichkeit von Käufen.

Abhängig von Deiner  E-Commerce-Plattform und Deinem E-Mail-Marketing-Anbieter stehen Dir unterschiedliche Möglichkeiten zur Verfügung. Du wirst feststellen, dass einige dieser Bedingungen für Dich einfacher zu erreichen sind als andere.

"Die wichtigste Erkenntnis", sagt Brianna, "ist, dass Du Menschen mit Nachrichten erreichen willst, die interessant und gezielt sind und einen Mehrwert bieten. Wenn Du das tust, gewinnen alle."

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